Keltern ist eine schöne Gemeinde. In den letzten Jahren wurde die Entwicklung der Gemeinde etwas ausgebremst. Die Hauptschule konnte nicht mehr weiterbetrieben werden, eine Gemeinschaftsschule wurde nicht bewilligt und auch für die Einführung einer Ganztagesgrundschule (GTGS) konnte man sich nicht entscheiden.

Im Ergebnis hat die eigentlich gut ausgestattete Gemeinde keine weiterführende Schule mehr. Viele Klassenzimmer stehen leer. Der Betrieb zweier Schulgebäude scheint sich nicht mehr zu lohnen.

Keltern liegt zwischen Straubenhard, Birkenfeld, Wilferdingen und Karlsbad. Jeweils Gemeinden mit guter Schulinfrastruktur. Diese Infrastruktur wird aktuell sogar noch erweitert, dort werden neue Schulen gebaut, die dann auch Kelterner Kindern genutzt werden soll. Leider scheint damit auch das Schicksal für eine weiterführende Schule in Ellmendingen besiegelt.

In dieser Situation möchte die Gemeinde das Schul- und Kindergartenwesen umstrukturieren. Eine neue Struktur ist eigentlich was Gutes. Für gewöhnlich werden durch neue Strukturen Dinge effektiver, günstiger, leistungsfähiger oder alles zusammen.

Auf den ersten Blick sieht die Lösung zur Neustrukturierung ganz einfach aus: Die bisher auf Dietlingen und Ellmendingen verteilten Grundschulklassen können in dem Schulgebäude in Dietlingen zusammengefasst werden und in dem freiwerdenden Schulgebäude können die beiden Kindergärten aus Ellmendingen einziehen.

Das Ganze scheint wie die Teile eines Puzzles zusammenzupassen.

Allerdings ist es eben auch die Eigenart eines Puzzles, dass sich Teile ähnlich sehen. Nicht jedes Teil passt in jede Lücke, auch wenn es auf den ersten Blick so scheint. Daher wäre es auch eine schlechte Idee die Lösung eines Puzzles ausrufen zu wollen, wenn man gerade mal zwei Teile eines Puzzles in der Hand hat.

Kommen wir zurück zur Struktur. Zum Festlegen einer guten Struktur gehört ein Plan. Man muss wissen, was man erreichen will, welche Ziele man hat. Ohne diesen Plan erhält man statt einer neuen Struktur lediglich eine neue Anordnung. Verbesserungen bleiben aus oder tauchen nur an manchen Stellen auf, während man in anderen Bereichen Verschlechterungen beobachtet.

Genau deshalb möchten wir, dass sich die Gemeinde mit der Zukunftsentwicklung von Keltern auseinandersetzt. Ohne diese Auseinandersetzung befürchten wir, dass die Maßnahmen nach kurzfristigen Ersparnissen, am Ende zu nachteiligen Effekten führen werden.

Keltern ist in den vergangenen Jahren im Rennen gegen die umliegenden Gemeinden zurückgefallen. Die umliegenden Gemeinden können sich in fast allen Bereichen deutlich von Keltern abheben. Im direkten Vergleich wirkt Keltern wenig attraktiv und die Gemeinde wird sich wahrscheinlich nie zu einem Regionalzentrum entwickeln. Man kann wohl davon ausgehen, dass Keltern in absehbarer Zukunft weder über Industrieansiedlungen noch über Hauptverkehrsadern verfügen wird, die die Lebensqualität stark negativ beeinflussten.

Daher sollte sich Keltern auf die eigenen Stärken besinnen und das Profil neu schärfen.

Keltern war und ist eine großartige Gemeinde zum Wohnen. Keltern verfügt über schmucke Orte, ein funktionierendes Gemeinwesen und viele aktive Vereine und natürlich die Weinberge, die auch Teil der Kernmarke von Keltern sind. Daher muss es Aufgabe der Gemeinde sein die Wohnqualität nicht nur zu erhalten, die Wohnqualität muss gesteigert werden. Leider passt dieses Bild nicht zu einer Entscheidung die Lebensqualität in einem der größten Ortsteile zu senken, indem man dort die Schule entfernt.

Wenn wir Keltern als attraktive Wohngemeinde als Ziel vor den Augen haben, dann können wir langfristig die Strukturen schaffen, die zu diesem Ziel führen. Genau dann können wir auch die Puzzleteile an die Stelle schieben, wo sie hingehören.

(DR)

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